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Der Menschenschlächter Chamenei ist tot, Haman ist tot!

Die Exil-Iraner sind seit Samstagmorgen weltweit aus dem Häuschen. Seit Donald Trump und Benjamin Netanjahu bestätigt haben, das Ajatollah Ali Chamenei, der oberste Revolutionsführer und Nachfolger Ruhollah Chomeinis, am Samstag getötet worden ist, jubeln auch die allermeisten Iraner in ihren Häusern und teilweise selbst auf den Straßen iranischer Städte. Man soll das Fell des Bären nicht verteilen, bevor er erlegt ist, sagt man. Aber dass Perser, Kurden, Aseris, Belutschen etc. im Iran sich vom Mullah-Regime befreien werden, dürfte unausweichlich sein, auch wenn, wie es heißt, um die 800.000 Männer – das von den Revolutionsgarden unterwanderte Militär, die Revolutionsgarden selbst, die brutalen Basidsch-Milizen etc. – auf Seiten der islamistischen Diktatur die Waffengewalt haben. Einfach und unblutig wird der Machtwechsel durch die unbewaffneten Iraner nicht zu bewerkstelligen sein – man denke an die Zehntausenden im Januar niedergemetzelten Demonstranten -, aber die einmalige Chance dazu besteht.

Um sich zu vergegenwärtigen, was für die ganze Welt auf dem Spiel steht, muss man ins Jahr 1979 zurückkehren, als Schah Mohammed Reza Pahlavi von einer Allianz aus Linken und Islamisten gestürzt wurde, Ajatollah Chomeini die Macht übernahm und einen Gottesstaat errichtete. Im Nahen und Mittleren Osten verhalf das dem fundamentalistischen, das heißt politischen Islam zum Durchbruch, den eigentlich längst gescheiterten Muslimbrüdern zu einer Frischzellenkur und den strengen Wahhabiten, die ursprünglich auf Saudi-Arabien beschränkt waren, zu weltweitem Einfluss. Chomeinis Sieg globalisierte den islamistischen Terror mit Gruppen wie Hisbollah, Hamas, Al-Qaida mit ihren lokalen Ablegern bis hin zum Islamischen Staat. Das popularisierte die Parole „Der Islam ist die Lösung“. Auch der Aufstieg des Islamisten Erdogan in der Türkei, der das Rad der Säkularisierung und des staatlichen Laizismus zurückzudrehen versucht, wäre ohne die islamische Revolution im Iran nicht möglich gewesen. Um das auf den ersten Blick merkwürdige Zusammengehen von Linken und Islamisten im Iran zu verstehen, muss man erstens berücksichtigen, dass es zunächst um den Sturz des Schahs ging, zweitens beachten, wie die Volksmudschahedin eine moderne Auslegung des Islam mit historischem Hinwirken auf eine klassenlose, gerechte Gesellschaft ohne Krieg, Armut und Unterdrückung verbanden, Denkschablonen, die sie der marxistischen Soziologie entnahmen; ein näherliegendes Beispiel zum Vergleich: man denke an die vielen Linken, die im frühen Christentum mit Güterteilung bzw. Gemeinschaftseigentum und Besitzlosigkeit bereits den Urkommunismus verwirklicht sahen, deshalb eine Mitgliedschaft in sozialistischen und kommunistischen Parteien wie der SPD, den Grünen, der SED/PDS/LINKEN mühelos mit religiösem Glauben zusammenbringen konnten und können. So ähnlich muss man sich die Vorstellungswelt der Volksmudschahedin vorstellen. Drittens kommen strategische Partnerschaften gegen den Westen hinzu, für die noch heute Putin-Russland und China stehen. Dass die arabischen Palästinenser für die Mullahs propagandistisch, logistisch und paramilitärisch eine außerordentliche Rolle spielen, ergibt sich daraus wie auch aus dem fundamentalistischen Islam, ganz gleich, ob schiitisch oder sunnitisch, von selbst, auch wenn es Chomeini natürlich enorm half, dass der arabische Nationalismus im Sechstagekrieg 1967 und endgültig im Jom Kippur-Krieg 1973 gegen Israel gründliche Niederlagen erlitten hatte. Das Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 und der „Feuerring“ der „Achse des Widerstands“ (Hamas, Hisbollah, Huthi, Milizen in Syrien und dem Irak) waren der Versuch der Mullahs unter Führung Chameneis, mit dem Islamismus zu erreichen, was zuvor bereits über den arabischen Nationalismus und Sozialismus gescheitert war.

Chamenei ist deshalb wie vor ihm Chomeini, die beide Israel und den Juden auf der ganzen Welt mit Vernichtung drohten, so etwas wie der Hofbeamte Haman aus der biblischen Esther-Geschichte, der alle Juden im damaligen Perserreich ermorden wollte und durch die kluge jüdische Gemahlin des altpersischen Königs daran gehindert und zur Strecke gebracht wurde. Das fröhliche Purim-Fest erinnert alljährlich an diese Geschichte. Dieses Jahr können es die jüdischen Gemeinden nicht so unbeschwert wie üblich mit Kostümen, Süßigkeiten, Wein und lauten Rasseln feiern, die jedes Mal einsetzen, wenn der Name Haman fällt. Denn obgleich Chamenei, der Kopf der Schlange hinter dem Massaker vom 7. Oktober 2023 und den Metzeleien an der iranischen Bevölkerung, am Samstag enthauptet worden ist, müssen die Iraner, um endgültig frei zu sein, erst noch die Revolutionsgarden und die Basidsch-Milizen entmachten, damit sie ihre Waffen nicht mehr gegen sie richten. Dann können Juden und Perser nach den fünf Jahrzehnten islamistischem Terror ihre uralte Freundschaft in gemeinsamen Freudenfesten aufleben lassen.

Auch für Europa und Deutschland wird das ein Segen sein. Mit dem Mullah-Regime wird nach Al-Qaida, dem Islamischen Staat, Hamas und Hisbollah ein weiterer Akteur und zentraler Finanzier des weltweiten islamistischen Terrors fallen. Europa kann sich dann seinen islamistischen Gegnern aus Muslimbrüdern und der Erdogan-Türkei zuwenden. Zudem verliert die globale antiwestliche Allianz aus Putin-Russland und China dadurch nach Assad in Syrien und Maduro in Venezuela einen weiteren wichtigen Verbündeten. Es ist übrigens bezeichnend, dass die SPD nach ihrer verfehlten Russland-Politik nun auch noch ihre ohnehin immer fragwürdige Iran-Politik, für die erneut die Namen Frank Walter Steinmeier, Sigmar Gabriel und Heiko Maas stehen, wird eingestehen müssen. Die Linke hat sich politisch selbst ins Aus katapultiert. Und selbstverständlich dient der aktuelle Iran-Krieg, den die USA und Israel dankenswerterweise führen, den Interessen Deutschlands.