Einer der besten Kenner arabischer Clanstrukturen in Deutschland ist der Islamwissenschaftler und Politologe Ralph Ghadban. Er befasst sich seit den 1970er Jahren mit ihnen. Ihm sollte man deshalb zuhören, wenn er, wie hier mit der Schweizer „Weltwoche“ https://www.youtube.com/watch?v=oWkQz_azJXA, über sie spricht. In Deutschland sind Clans vor allem arabische Großfamilien, die hierzulande als illegale Zuwanderer seit Mitte der 1970er Jahre Fuß gefasst haben. Dabei handelt es sich nicht einfach um große Familien, sondern um Familienverbände von teilweise über eintausend Personen, die durch ausgedehnte Verwandtennetzwerke miteinander verbunden sind. Traditionell betrachten sie alle außerhalb dieses Verwandtennetzwerks stehenden Menschen als Feinde. Im Prinzip ist für sie ganz Deutschland Feindesland und eine bloße Beutegesellschaft. Man kann aus einer Clanfamilie nicht aussteigen und wird, falls man sich distanziert oder Sozialarbeitern und der Polizei öffnet, von den Familienmitgliedern erbarmungslos verfolgt und bestraft. Für deutsche Behörden sind diese Clans schon allein deshalb weder zu unterwandern noch zu knacken. Integration ist praktisch ausgeschlossen. Da logischerweise nur ein kleiner Teil dieser Familien kriminell ist, gibt es inzwischen eingebürgerte Familienmitglieder. Über Jahre wurden wichtige Vertreter bestimmter Berufsgruppen wie Notare, Anwälte, Beamte in Behörden gekauft. Inzwischen schlagen einzelne Familienmitglieder Bildungskarrieren ein, die es ihnen ermöglicht, sich an ausgewählten Schaltstellen zu platzieren. Heute sind sie in Berlin, Nordrhein-Westphalen, Niedersachsen und Bremen ansässig, also überall dort, wo linke Parteien wie die SPD über längere Jahre für eine liberale Handhabung des Ausländer- und Aufenthaltsrechts gesorgt haben. Zweige dieser Großfamilien leben inzwischen in anderen europäischen Staaten, so dass man über ausgebaute Netzwerke verfügt. Da das Problem illegal zugewanderter arabischer Clans seit den 1980er Jahren existiert, erst seit den frühen Nullerjahren als solches von einigen wenigen Politikern, Staatsanwälten und Journalisten anerkannt wird und seitdem immer wieder nur gegen massive Widerstände seitens der Linken öffentlich diskutiert werden konnte, hat es sich in über vierzig Jahren verfestigt. Sicher ist nur, dass Deutschland und Europa die arabischen Clans, wenn überhaupt, so rasch nicht wieder los wird. In der Linkspartei haben sie inzwischen einen parlamentarischen Arm.