Frankreich brennt nicht zum ersten Mal. Seit dreißig, vierzig Jahren verbünden sich dort Kommunisten, Sozialisten, linksradikale Gewerkschaftler, Vertreter der Neuen Linken, Islamisten in Gestalt von Salafisten und junge muslimische Migranten, um auf dem Rassismus-Ticket Front gegen den Westen zu machen (siehe das Interview mit Susanne Schröter https://www.youtube.com/watch?v=Pz5qe6-aRBI). Ganze Stadtviertel in bestimmten Gegenden Frankreichs wurden seit den 1980er Jahren islamisiert, weil die politische Linke den Weg dafür ebnete. Junge muslimische Frauen gerieten unter Druck, wurden systematisch aus der Öffentlichkeit verdrängt und gezwungen, sich in ein islamisches Regelkorsett zu zwängen. Junge muslimische Frauen aus den Banlieus bildeten 2003 die – von manchen Linken als rechtsextrem verunglimpften – Bewegung „Ni Putes Ni Soumises“ (Weder Huren noch Unterwürfige) nachdem im Jahr zuvor die siebzehnjährige Sohane Benziane, Tochter algerischer Einwanderer, im Keller eines Pariser Vororts mit Benzin übergossen, angezündet und auf diese Weise ermordet worden war (https://de.wikipedia.org/wiki/Sohane_Benziane). Zwei Jahre später, im Oktober 2004, starb die 23-jährige Ghofrane Haddaoui in Marseeille (https://de.wikipedia.org/wiki/Ghofrane_Haddaoui) unter den Steinwürfen muslimischer Jugendlicher. Im Februar 2006 wurde der 24-jährige Ilan Halimi in einem Pariser Vorort von einer afro-arabischen Jugendgang ermordet, nachdem er drei Wochen zuvor von ihr entführt, anschließend in einem Keller festgehalten und grausam gequält worden war (https://de.wikipedia.org/wiki/Ilan_Halimi). Während der Telefonanrufe zwecks Lösegelderpressung bei Halimis Eltern, eingewanderten sephardischen Juden aus Marokko, rezitierten die Entführer antijüdische Koranverse. Einem antisemitischen Stereotyp folgend glaubten Halimis Mörder, dass alle Juden reich und das „Weltjudentum“ (so später der Anführer der Gang wortwörtlich vor Gericht) schuld an ihrem vermeintlichen Elend wäre. Der Start der Zweiten Intifada durch Hamas, Islamischen Dschihad und teilweise der PLO im Jahr 2000 in Israel war auch der Beginn eines eingewanderten mörderischen Antisemitismus in der westlichen Welt, den es zwar seitens der Linken und auch vorher schon gab, der aber nun explodierte, sich enorm radikalisiert und ins westliche Alltagsleben einfraß. Für beträchtliche internationale Aufmerksamkeit sorgten die mehrwöchigen Krawalle in den Pariser Banlieus im Oktober und November 2005, bei denen junge muslimische Migranten Polizisten als Vertreter der französischen Ordnung angriffen, Bushaltestellen, Gebäude, Autos und Geschäfte zerstörten, brandschatzten und plünderten. Natürlich alles unter dem Vorwand, gegen Polizeigewalt, wirtschaftliche Armut und soziale Abgehängtheit zu protestieren. Dabei wurde praktisch jede Diskriminierung, das heißt, jede Ungleichbehandlung, zum Rassismus erklärt. Das Wort vom Kulturrassismus machte die Runde, womit faktisch jede Anforderung an außereuropäische Einwanderer, sich den in Europa geltenden Regeln und Normen anzupassen, als speziell westlicher Rassismus gebrandmarkt werden konnte. Dass an solch stereotyp vorgebrachten Anklage-Orgien irgendetwas nicht stimmen konnte, belegen die Geschichten von Einwanderern aus Ostasien, jüdische, christliche und eine Reihe junger muslimischer Frauen aus dem Maghreb, die in Frankreich teils beachtliche Berufslaufbahnen vorzuweisen hatten. Folglich kann autochthoner Rassismus nicht die Ursache für schulisches, berufliches und weiteres Versagen auf dem Arbeitsmarkt sein, das Einwandererkinder an der Integration in die französische und damit westliche Gesellschaft hindern würde. Polizeigewalt, relative, also nur vergleichsweise Armut und Ungleichbehandlung dieser muslimisch-migrantischen Jugendlichen pauschal in Abrede zu stellen, wäre vermutlich genauso verkehrt, wie sie für Grund und Motiv der Gewalt gegen Polizisten, Lehrer, muslimische Mädchen und Frauen oder jüdische und christliche Mitschüler und den französischen Staat als solchen zu halten.
Gewiss, es gab den französischen Kolonialismus in Nordafrika. Aber erstens beendeten die Franzosen 1830 auch die Barbaresken-Piraterie, damit die Versklavung u.a. von Europäern und die Blockade der Handelswege für europäische und amerikanische Schiffe, zweitens wird dieser Kolonialismus seit sechzig Jahren aufgearbeitet, drittens hat die Algerier und Marokkaner, die heute in Frankreich leben, niemand dazu gezwungen, viertens erinnere ich mich, als ich 1994 ein Jahr in Frankreich verbrachte, an eine gute Bekannte, die dort nachts ungern in ihrem Auto durch berüchtigte Vororte fuhr, weil sie jederzeit damit rechnen musste, an einer roten Ampel von arabischstämmigen Jugendlichen umstellt, am Weiterfahren gehindert, ausgeraubt, vergewaltigt etc.pp zu werden, und fünftens erleben auch westliche Staaten mit arabo-afrikanischer Zuwanderung Ansätze französischer Verhältnisse, die nie Kolonien in Nordafrika besaßen. Kurzum, man weiß in ganz Westeuropa – in Großbritannien, den Niederlanden, Belgien, Dänemark, Schweden – seit drei Jahrzehnten zunehmend besser, dass eine Integration arabischer und auch pakistanischer Zuwanderer in einzelnen Fällen gelingt – und es sind keineswegs wenige -, in den meisten jedoch nicht, weil die Unterschiede in Sozialisation, Geschlechterverhältnissen und Bildungstraditionen zwischen westlicher und islamischer Welt unüberbrückbar sind. Wenn das aber so ist, bleibt am Ende nur die Entscheidung, den überwiegenden Teil dieser Zuwanderer, sofern sie die jeweilige Staatsbürgerschaft besitzen, auszubürgern und zur Remigration im Sinne Helmut Kohls zu bewegen. Es würden dann nur diejenigen arabischen, pakistanischen und teils auch türkischen Muslime weiterhin Staatsbürger westeuropäischer Länder bleiben können, die durch ihre Lebensweise, ihre Kindererziehung, ihr Engagement und ihre nicht nur verbale, sondern auch tatkräftige Überordnung der jeweiligen staatlichen Verfassungen über den Scharia-Islam bewiesen haben, dass sie sich mit den Ländern und Gesellschaften identifizieren, in die sie selbst oder ihre Eltern und Großeltern einst eingewandert sind. Autochthone Franzosen, Briten, Dänen, Schweden etc., die mit dem politischen Islam kooperieren, kann man nicht ausbürgern, aber die politische Linke, die das im Westen ausgiebig tut, wäre ohne die fundamentalistischen Muslime, die gegenwärtig ihr Wählerpotential maximieren, wäre ohne sie schon allein aufgrund der Vergreistheit ihres politischen Angebots so schwach, dass man sie in aller Ruhe vor sich hinverscheiden lassen kann. Die extreme Rechte verlöre damit ihre stärksten Kontrahenten und wäre ohne sie über kurz oder lang ebenfalls passé.