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Entweder Islamkritik oder Islamisierung in Europa

Dieses Jahr werden die islamistischen Terroranschläge vom 11. September 2001 auf die Vereinigten Staaten ein Vierteljahrhundert zurückliegen, das islamistische Mullah-Regime fast ein halbes Jahrhundert alt und die Islamkonferenz seit 20 Jahren eine feste Größe im deutschen Politikbetrieb sein. Seit 2015/16 erlebt Deutschland, angefangen bei der Kölner  Silvesternacht, in jedem Jahr einen Anstieg sexueller Übergriffe durch junge muslimische Männer, tägliche Gruppenvergewaltigungen und teils tödliche Messerattacken unter anderem auf Kleinkinder (u. a. Wangen, Aschaffenburg), Schulkinder (u. a. Illerkirchberg, Hamburg), Berufsschüler (Brokstedt), Homosexuelle (Dresden) oder Polizisten (Mannheim), Terroranschläge auf Weihnachtsmärkte (Berlin, Magdeburg), ein Stadtfest (Solingen)und eine Gewerkschaftsdemonstration (München). Inzwischen verwandeln sich in jedem Advent die Plätze mit den Glühwein- und Lebkuchenbuden in jene Hochsicherheitszonen, die Synagogen und jüdische Gemeindezentren als Angriffsziel linker, rechter und muslimischer Extremisten schon seit den siebziger Jahren sind. Mancherorts finden Karnevalsumzüge oder Volksfeste nicht mehr statt, weil die Vereine die damit verbundenen hohen Sicherheitskosten nicht tragen können. Fälle von Vandalismus in Form abgeschlagener Köpfe, Arme oder Hände von Christus- oder Marienfiguren, zerstörter Altäre, mit Fäkalien verschmutzter Weihwasserbecken und Beichtstühle etc. nehmen laut Bischofskonferenz seit Jahren drastisch zu. Gelegentlich mögen daran linksextreme Täter beteiligt sein, in der Hauptsache nicht, denn das würde die sprunghafte Zunahme solcher Attacken nach 2015 nicht erklären. Von religiösem Mobbing durch Muslime, islamischen Kinderkopftüchern, Ramadan-Fasten und gefordertem Verzicht auf Schweinefleisch an Kindertagesstätten und Schulen, die jetzt schon zum Alltag gehören, ganz zu schweigen. Solche und ähnliche Probleme haben inzwischen alle westeuropäischen Länder, die in den vergangenen fünfzig Jahren eine nennenswerte muslimische Zuwanderung zu verzeichnen hatten: Großbritannien, Frankreich, Belgien, die Niederlande, Italien, Dänemark, Norwegen, Schweden, Deutschland, Österreich und inzwischen selbst die Schweiz. Mit anderen Worten: Europa hat sich seine nach jedem islamistischen Terroranschlag reflexhaft beschworene westliche Lebensweise längst nehmen lassen. Nicht, weil die nicht mehr möglich wäre, sondern weil die Europäer zulassen, dass der fundamentalistische Islam sie in einer Tour angreift.

Zum Desaster der europäischen Reaktionen auf die Fatwa Ajatollah Chomeinis gegen den britischen Schriftsteller Salman Rushdie wegen seines Romans „Die satanischen Verse“ (1988) im Jahr 1989 gesellten sich seit Anfang der Nullerjahre Anklagen, Vorwürfe, Beschimpfungen, Mord- und Anschlagsdrohungen aus den Reihen der Extremisten unter den muslimischen Zuwanderern sowohl gegen Muslime selbst – Rushdie entstammt einer muslimischen Familie – als auch gegen all diejenigen, die den Islam kritisierten.
Als eine der ersten traf es die 2007 verstorbene linksliberale italienische Topjournalistin Oriana Fallaci, die das Appeasement gegenüber dem eingewanderten Islam – nicht nur gegenüber dem Islamismus, vor allem aber nicht gegenüber Muslimen – kritisiert hatte. Die Demographie und die höheren Geburtenraten eingewanderter Muslime im Blick warnte Fallaci vor einer drohenden Islamisierung Europas, weshalb sie von einem Islamfunktionär verklagt und von einem italienischen Gericht verurteilt worden war. Nun werden die allerwenigsten Muslime Terroristen und ist auch nur eine Minderheit unter ihnen in Europa fundamentalistisch unterwegs. Aber erstens genügt eine fanatisierte, beständig gegen Europa mobilisierende Minderheit innerhalb der muslimischen Minderheit, um Christen, Juden, liberalen Muslimen, Agnostikern und Atheisten ernsthafte Probleme zu bereiten, wie die Beispiele vom Ramadan-Fasten, islamischen Kinderkopftüchern etc. allein schon an Bildungseinrichtungen beweisen. Zweitens stellen eingebürgerte Muslime ein zunehmendes Wählerpotential für Parteien dar, das sie sich nicht entgehen lassen wollen, das sie oft kenntnisfrei, aber entgegenkommend adressieren und auf das sie in ihrem Handeln glauben Rücksicht nehmen zu müssen, ohne umgekehrt die Akzeptanz europäischer Rechtsstaatlichkeit, die grundsätzliche Trennung von Politik und Religion, die Anerkennung jüdischer und christlicher Traditionen des Kontinents und Respekt vor der westlichen Lebensweise einzufordern. Drittens ist die Geburtenrate unter Muslimen in Europa faktisch höher als unter Autochthonen. Hierin hatte Fallaci – wie später Thilo Sarrazin – einen empirisch-faktischen Punkt. Hinzu kommt, dass sich keine einzige Einwanderergruppe – nicht aus Südamerika, nicht aus Asien, nicht aus Subsaharaafrika, nicht aus dem übrigen Europa – über ausgedehnten Familiennachzug (Stichwort Großfamilie) und Heiratsimmigration innerhalb kürzester Zeit so stark vergrößert wie die der Muslime. Der islamistische Attentäter Mohammed Bouyeri, Sohn eingewanderter Marokkaner, hat sieben, wie er selbst in den Niederlanden geborene Geschwister, die alle wie er eine doppelte Staatsbürgerschaft besitzen. Am 2. November 2004 ermordete er den Regisseur Theo van Gogh wegen seines Kurzfilms „Submission“ über die Unterdrückung der Frau im Islam in Amsterdam auf offener Straße durch Schüsse, schnitt ihm anschließend noch die Kehle durch und heftete ein Bekennerschreiben mit einer Morddrohung gegen die Politikerin und Politologin Ayan Hirsi Ali an seine Brust. Hirsi Ali hatte im Film mitgespielt, das Drehbuch dazu verfasst und das Filmteam vergeblich vor genau einem solchen islamistischen Anschlag gewarnt. Sie lebte schon seit Jahren unter Polizeischutz, weil sie das Appeasement der niederländischen Integrationspolitik gegenüber dem Islam kritisiert hatte. Im Februar 2005 wurde die Kurdin Hatun Sürücü in Berlin von einem ihrer Brüder auf offener Straße ermordet, weil sie nach dem Urteil ihrer Familie zu westlich und zu deutsch gelebt hatte. Die in Berlin geborene, in die Türkei zwangsverheiratete Sürücü war nicht die einzige muslimische Frau, die in Deutschland einem Ehrenmord zum Opfer fiel. Deutsch-türkische Frauen- und Menschenrechtlerinnen reagierten umgehend. Die promovierte Soziologin Necla Kelek brachte ihre Kritik an der türkischen Heiratsimmigration („Die fremde Braut“), an Zwangsverheiratung, am islamischen Kopftuch, an islamischen Gegenkulturen und patriarchalen Familienstrukturen mit ihrer Frauenunterdrückung vor. Sofort wurde Kelek vom deutschen Wissenschafts-, Kunst- und Kulturbetrieb gewissermaßen exkommuniziert und vom linksliberalen Feuilleton geschnitten. Ähnlich erging es der Juristin Seyran Ates, die in den achtziger Jahren als angehende Rechtsanwältin in einer Beratungsstelle für türkische Frauen von einem türkischen Nationalisten der „Grauen Wölfe“ niedergeschossen worden war, sich wie Kelek für Frauen- und Menschenrechte einsetzte, gegen den „Multikulti“-Irrtum, Zwangsverheiratung, Ehrenmorde und Kinderehen kämpfte, in Berlin inzwischen die liberale Ibn-Rushd-Goethe-Moschee gegründet hat und seit Jahren unter Polizeischutz lebt. Es folgten die von muslimischen Extremisten weltweit organisierten Gewaltkrawalle gegen die harmlosen Mohammed-Karikaturen der dänischen Zeitung „Jyllands Posten“ 2005 und der notwendig gewordene Polizeischutz für Kurt Westergaard, den Redakteur und einen ihrer Zeichner. Schließlich erschien im Jahr 2006 Henryk M. Broders Bestseller „Hurra, wir kapitulieren! Von der Lust am Einknicken“, in dem der Publizist den scheibchenweisen Verzicht auf die Errungenschaften der westlichen Aufklärung, allen voran auf die Meinungsfreiheit angesichts eines immer aggressiver, expansiver, respektloser und intoleranter auftretenden Islams kritisiert. Das alles ist, wie gesagt, zwanzig und mehr Jahre her.

Seither hat sich die Riege der Islamkritiker – allein in Deutschland: Mina Ahadi, Ralph Ghadban, Güner Balci, der verstorbene Schriftsteller und Publizist Ralph Giordano, Heinz Buschkowsky, Kazim Erdogan, die viel zu früh verstorbene Neuköllner Jugendrichterin Kirsten Heisig, Hamed Abdel-Samad, Abdel-Hakim Ourghi, Ahmad Mansour, Susanne Schröter, Constantin Schreiber, Ruud Koopmans, Ali Ertan Toprak, Gülden Hennemann, Sascha Adamek oder Hasnain Kazim – beständig erweitert. Sie war allerdings schon fünf Jahre nach 9/11 europaweit multi- oder transethnisch, multi- oder transreligiös, multi- oder transkulturell oder welche Modewörter man auch immer für die Tatsache finden möchte, dass eine, ob nun sachlich oder polemisch formulierte, in jedem Fall empirisch fundierte Kritik am Islam eben nicht oder zumindest nicht nur aus verschwitzt-nationalistischen und randständig rechtsextremen Kreisen kam, sondern aus der Mitte der liberalen Gesellschaften Europas. Schon Ende der neunziger Jahre hatte der in den sechziger Jahren als Student aus Syrien nach Deutschland gekommene, dann als Universitätsprofessor in Göttingen lehrende Soziologe und Politologe Bassam Tibi vor dem Islamismus, vor Parallelgesellschaften und dem Scharia-Islam gewarnt. Tibi empfahl den Europäern eine demokratische Leitkultur festzulegen, die zugewanderten Muslimen den Verzicht auf die Scharia, den Dschihad und die Geschlechterapartheid abverlangt. Nur ein solcher, faktisch reduzierter „Euro-Islam“ wäre mit europäischen Werten und dem deutschen Grundgesetz vereinbar. Das entspricht dem Islam, der in der liberalen Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin praktiziert wird. Auch Tibi wusste, dass die Übergänge vom Scharia-Islam zum Islamismus fließend sind, also Augenwischerei betreibt, wer ununterbrochen betont, dass der Scharia-Islam mit dem Islamismus nichts zu tun hätte. Nur islamische Sufi-Traditionen, die ihren Schwerpunkt immer schon auf die Spiritualität des gläubigen Muslims gesetzt hatten, der liberale Islam etwa der oft, aber nicht nur kurdischen Alewiten aus der Türkei und jener der Ibn-Rushd-Goethe-Moschee lassen sich tatsächlich glasklar vom fundamentalistischen Islam, vulgo: vom Islamismus unterscheiden.

Und trotzdem distanzierten sich sowohl die Merkel-Union als auch die politische Linke, linksliberale Medien, Wissenschaftler, Journalisten und eine meinungs- und lautstarke, staatlich finanzierte NGO-Szene in den Folgejahren von den Islamkritikern und nicht von den Vertretern des fundamentalistischen Islams, verhielten sich also genau so, wie Broder es in seinem Buch 2006 beschrieben hatte. Es spielte keine Rolle, dass auf 9/11 in Europa Terroranschläge und Morde in Madrid, London, Toulouse, Paris, Brüssel, Kopenhagen, Nizza, Berlin etc. folgten, die Juden, Christen, Muslimen, Agnostikern und Atheisten das Leben kosteten. Viele der Täter waren in Europa aufgewachsen oder geboren worden, weshalb die politische Linke auf den Dreh kam, den Grund für gewalttätigen Islamismus im Westen selbst und bei den Europäern zu suchen, die Muslime schlecht behandeln, als Bürger zweiter Klasse abstempeln, in einer Tour benachteiligen, gar rassistisch diskriminieren, woraus in einer Art verzweifeltem Notwehrakt islamistische Gewalt und Desintegration resultierten, die nicht zu rechtfertigen, aber immerhin nachvollziehbar wären. Ob das nun Größenwahn ist, um sich selbst zu suggerieren, die explodierende islamische Gewalt kontrollieren zu können, indem man noch freundlicher, noch entgegenkommender, noch hilfsbereiter auftritt und sich selbst noch entschiedener verleugnet, oder ob das Ignoranz, Blauäugigkeit und am Ende schlichte Dummheit ist, mag jeder für sich selbst beantworten. Jedenfalls begann die politische Linke in den siebziger Jahren, den Islam systematisch zu umarmen, zu verharmlosen und zu verklären (vgl. das aktuelle Buch „Unterwanderung“ des erfrischend furchtlosen Journalisten Sascha Adamek https://www.achgut.com/artikel/unterwanderung_der_politik_die_spd_und_islamische_vereine). Die deutsche Islamkritik, obschon überaus „bunt“, findet bis heute keine Gnade im linksliberalen Milieu und verschwand 2018 endgültig aus den öffentlich-rechtlichen Talkshows.

Schlimmer noch: Auf einmal waren Islamkritiker rassistische und islamophobe Hassprediger,, die angeblich politisch ganz weit rechts stünden, ja im Grunde so etwas wie Faschisten und Nazis wären. Das war ebenso abenteuerlich wie geschichtsvergessen, weil die Nationalsozialisten eng mit Islamisten und arabischen Nationalisten kooperiert hatten. Heinrich Himmler war ein Bewunderer des in seinen Augen heroischen, kämpferischen und autoritären Islams, den er dem von ihm als verweichlicht verachteten Christentum vorzog. Wie Adolf Eichmann unterhielt Himmler freundschaftliche Beziehungen zu Haj Amin al-Husseini, dem Mufti von Jerusalem und Führer der arabischen Palästinenser, der seit 1941 in Berlin lebte und dort großzügig von den Nazis finanziert wurde. Mit dem Mufti 1941 in Berlin eingetroffen war der irakische Putschist und arabische Nationalist Raschid Ali al-Gailani. 1943 wurden die sterblichen Überreste des jungtürkischen Innenministers Talât Pascha, der 1915 den Völkermord an den Armeniern organisiert hatte, aus dem nazi-deutschen Berlin unter militärischen Ehren nach Istanbul überführt. Bis heute hat der Name Adolf Hitler in Teilen der arabischen Bevölkerung des Nahen Ostens einen guten Klang, besonders im Gaza-Streifen und im Westjordanland. Anders gesagt: Islamisten, arabische und türkische Nationalisten und Nationalsozialisten bzw. Faschisten gingen einst ebenso Hand in Hand wie später Gamal Abdel Nasser, Hafiz al-Assad und Jassir Arafat mit dem kommunistischen Ostblock und der Neuen Linken im Westen. Heute setzt die politische Linke diese alte Tradition mit dem politischen Islam fort und glaubt allen Ernstes, das sei irgendwie neu und progressiv. Diese letzte Allianz haben Linksintellektuelle wie Jean-Paul Sartre oder Michel Foucault mit ihrer Begeisterung für Ayatollah Chomeini gestiftet. In geradezu absurder Verkennung der historischen Fakten glaubten sie im Greis unter dem Apfelbaum den spirituellen Urquell einer authentischen iranischen Kultur vor sich zu haben. Für sie war Chomeini die Speerspitze gegen den pro-westlichen Schah, gegen westlichen Imperialismus und Kolonialismus. Nur war der Iran eben nie eine westliche Kolonie – wie im Übrigen auch das Kernland des Islams nicht, die arabische Halbinsel. Vielmehr hatte umgekehrt der expandierende Islam die jahrtausendealte persische Hochkultur unterworfen. Seit 1925 drängte die Pahlavi-Dynastie den Einfluss der Mullahs im Iran peu à peu zurück, vor allem ab 1963 Mohammed Reza Pahlavi mit seiner Weißen Revolution. Die von linken und islamischen Oppositionellen verbreiteten Opferzahlen der Herrschaft des Schahs wurden in den sechziger und siebziger Jahren systematisch und massiv überhöht. Nach heutigen Schätzungen beliefen sie sich auf drei- bis viertausend und die stehen in keinem Verhältnis zu denen des Mullah-Regimes in etwa dem gleichen Zeitraum. Ungleich konsequenter als die Pahlavis betrieb Mustafa Kemal Atatürk ab 1924 die strikte Trennung zwischen Staat und Religion, schaffte Kalifat und Sultanat ab, verbot das islamische Kopftuch und den osmanischen Fez in allen Bildungseinrichtungen und ersetzte mit seiner Buchstabenrevolution 1929 die arabische durch die lateinische Schrift. Atatürk hatte eine Religionsbehörde geschaffen, die dem Staat klar untergeordnet war und sich bis zur Regierungsübernahme des Islamisten Recep Tayyip Erdogan an die strikt laizistischen Vorgaben hielt, die auch für die im Ausland lebenden türkischen Staatsbürger verbindlich waren. Das hat sich inzwischen geändert und seitdem ist auch die deutsche Auslandsvertretung DITIB der obersten türkischen Religionsbehörde Diyanet zum Problem geworden. Der durch Erdogan re-islamisierte türkische Staat regiert seither ständig in die Belange der hier lebenden türkischen Muslime hinein,  fordert sie auf, sich in Deutschland nicht zu integrieren und die Deutschen in ihrem eigenen Land gewissermaßen als feindliche Ausländer zu betrachten. Dass ausgerechnet Türkinnen und Iranerinnen zu den ersten gehörten, die in Deutschland gegen islamische Kopftücher, Geschlechtertrennung und den politischen Islam protestierten, ist angesichts der langen islamkritischen Tradition ihrer Herkunftsländer alles andere als ein Zufall.

Und was tat die von den Unionsparteien etablierte deutsche Islamkonferenz? So ziemlich das Gegenteil von dem, was sie hätte tun sollen, um säkulare und liberale Muslime in Deutschland zu fördern. „Säkular“ bedeutet weder agnostisch noch atheistisch zu sein, sondern schlicht, die Trennung einer weltlichen von einer religiösen Sphäre anzuerkennen. Man kann als Muslim religiös-konservativ leben, solange man Religion als Privatsache betrachtet, seine Kinder nicht indoktriniert, ihnen die Entscheidung über die Wahl einer Religionszugehörigkeit und Religionsausübung überlässt, sie während des Ramadans in der Schule nicht fasten und seine Umgebung glauben und leben lässt, was und wie sie möchte. Als die Väter und Mütter des deutschen Grundgesetzes die Artikel zum Diskriminierungsverbot und zur Religionsfreiheit verfassten, hatten sie Juden und Christen im Blick und rechneten nicht damit, dass nur wenige Jahrzehnte später mehrere Millionen Muslime einwandern und deutsche Staatsbürger werden würden. Auch nicht damit, dass sie, sollten sie einmal die Mehrheit in Deutschland stellen, das gesamte Grundgesetz mit einer Zweidrittelmehrheit im Bundestag in einem islamisch-fundamentalistischen Sinne verändern könnten. Vermutlich hielten sie es noch nicht einmal für möglich, dass islamische Fundamentalisten die Grundrechte als Kollektivrechte von Religionsgruppen missverstehen und nicht als Abwehrrecht des Individuums gegenüber dem Staat auffassen würden. Voraussetzung dafür, in Deutschland als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt werden zu können, ist die Akzeptanz des über allen Religionen stehenden deutschen Grundgesetzes mit seinen Grundrechten für das Individuum. Dass praktisch keiner der Islamverbände, die von der deutschen Islamkonferenz trotz ihres fundamentalistischen Islam-Verständnisses bevorzugt werden, einen solchen Status besitzt, ist beredt und hat gute Gründe. Denn als übergeordnete Instanz anerkennen sie das Grundgesetz bestenfalls per Lippenbekenntnis. Realiter sehen sie die Scharia als das höchste aller Gesetze an. Folglich gibt es für sie keine Trennung von Politik und Religion, keine Gleichberechtigung von Frau und Mann, keine Möglichkeit, ungestraft vom Islam abzufallen, um keine oder eine andere Religion zu haben etc. Schon allein deshalb sollte die deutsche Staatsbürgerschaft nicht so verschleudert werden, wie das in den letzten dreißig Jahren der Fall gewesen ist. Doppelstaatsbürgerschaften sollten nicht die Regel sein, sondern nur in bestimmten Fällen – u. a. bei Exiliranern, Israelis und Juden mit deutschen Vorfahren – gewährt werden. Denn in welches Land, bitte schön, sollen autochthone Deutsche gehen, wenn sie ihre ureigenen politischen Belange per Wahlrecht nicht mehr durchzusetzen vermögen? Auf diesen Gesichtspunkt bin ich, zugegeben, nicht selber gekommen. Es war eine Frage, die mir eine vor Jahrzehnten aus der Sowjetunion eingewanderte Jüdin in einer Diskussion über Neuköllner Schulen stellte, in der autochthone Deutsche in der Minderheit sind. Weil mit der Staatsbürgerschaft das Wahlrecht und damit der Einfluss auf die Lebensverhältnisse vor Ort verbunden ist, sollten nur diejenigen dieses Recht in Anspruch nehmen dürfen, die ihren Lebensmittelpunkt und Erstwohnsitz in Deutschland haben. Oder möchten Sie, dass seit Jahrzehnten nicht mehr in Deutschland lebende Deutsche über Ihre unmittelbaren Lebensverhältnisse entscheiden? Ein abschreckendes Beispiel sind die hier lebenden türkischen Erdogan-Wähler, die ihren Landsleuten bei einem knappen Wahlausgang regelmäßig eine weitere Regierungsperiode des Möchtegern-Sultans einbrocken, ohne sie selbst aushalten zu müssen.

Der Islam ist nicht einfach eine Religion wie jede andere, sondern beinhaltet ein politisch-juristisches System, das unauflöslich mit dem Glauben an einen Gott verknüpft ist und alles menschliche Verhalten vom Wirtschaftsleben über die Beziehungen der Geschlechter und Familienmitglieder zueinander bis hin zum Umgang mit Anders- oder Nichtgläubigen regelt, weshalb er zwangsläufig in Konkurrenz mit nichtislamischen Zivilisationen gerät, sobald seine Gläubigen in ihnen leben. Das hat der Islamwissenschaftler Tilman Nagel, einer seiner profundesten Kenner in Deutschland, immer aufs Neue verdeutlicht (u. a. hier https://www.youtube.com/watch?v=mQUzmSmxkuY). Dass die Organisatoren der Islamkonferenz glaubten, auf Nagel wie auch auf Necla Kelek als Mitglieder verzichten zu können, hat seinen Teil zu den massiven Integrationsschwierigkeiten beigetragen, die man in der Bundesrepublik seit Jahrzehnten und seit zehn Jahren verstärkt mit zugewanderten Muslimen hat. Ob Angela Merkel und Thomas de Maiziere anders entschieden hätten, wenn ihnen klargewesen wäre, was es bedeutet, Millionen komplett anders sozialisierter junger muslimischer Männer ohne gesicherten Identitätsnachweis nach Deutschland einreisen zu lassen, vermag wohl kaum wer mit Bestimmtheit zu sagen. Wissen können hätten die damalige Kanzlerin und ihr Innenminister alles, was andere ihrer deutschen Zeitgenossen auch wussten, allen voran die bunte Riege der Islamkritiker. Einmal, weil es seit den frühen Nullerjahren ausführlich diskutiert worden war. Zum anderen, weil es damals noch genügend Islamwissenschaftler alter Schule wie Tilman Nagel gab, die den von Edward Said (Orientalismus, 1978) ins akademische Milieu des Westens eingeführten antiimperialistischen Unfug ohne jede empirisch-faktische Basis nie mitgemacht haben, der heute zum Mainstream geworden ist. Klar gab es auch damals unter Hochschullehrern schon Romantiker wie Annemarie Schimmel, Angelika Neuwirth oder Gudrun Krämer, aber eben zugleich Schwergewichte wie Nagel oder Gerd Rüdiger Puin und seine Schüler, schließlich akademische Außenseiter wie Günter Lüling, dessen herausragende Forschung zum frühen Korantext und zur Frühgeschichte des Islams inzwischen gewürdigt wird. Die These, dass die Ursprünge des Islams in einem arianischen, also antitrinitarischen Christentum liegen, das in Opposition zu Byzanz stand, müssen Muslime hierzulande ebenso ertragen, wie Christen sich damit abfinden mussten und müssen, dass Pontius Pilatus das Todesurteil über den jüdischen Wanderlehrer Jeschua gefällt hat, der im Neuen Testament dokumentierte Konflikt ein durch und durch innerjüdischer gewesen ist, der eigentliche Gegner die römischen Besatzer waren und das Christentum höchstwahrscheinlich nicht vor der Wende zum 2. Jahrhundert u. Z. entstanden ist. Die bahnbrechenden Studien der Islamwissenschaftlerin Patricia Crone und des Archäologen Yehuda Nevo aus den siebziger und achtziger Jahren sollten langsam zum Standard werden, weil sie die Erzählungen vom angeblichen Handelszentrum Mekka als Entstehungsort des Islams mit schlagenden Argumenten allein schon aus geographischen Gründen ins Reich der Märchen und Legenden verweisen. Der Jerusalemer Felsendom, der heute als eines der Wahrzeichen des Islams gilt, wäre dann ein ursprünglich gegen die byzantinische Hagia Sophia in Konstantinopel gerichteter antitrinitarischer Repräsentationsbau arabischer Christen und die Umayyaden-Dynastie, die ihn errichtete, ihr Vertreter gewesen. Erst das Abbasiden-Kalifat hätte dann den heute bekannten Islam einschließlich seiner Traditionsliteratur um den Propheten Mohammed ab dem späten 8. Jahrhundert, vor allem aber im 9. Jahrhundert erschaffen und das scheint keine religiöse Angelegenheit, sondern ein politisches Programm gewesen zu sein, das die bis heute überlieferten Legenden zur Herrschaftslegitimation benötigte. Das sind, wie gesagt, durch wissenschaftliche Forschungsergebnisse, Inschriften und Münzfunde vielfach erhärtete Thesen. Dass man die nicht unbedingt in Kairo, Marrakesch, Algier, Damaskus, Bagdad, Riad oder Dubai diskutiert, ist noch verstehbar. In westlichen Universitäten, Akademikervereinen und vor allem in öffentlich-rechtlichen Medien sollte das aber längst zum guten Ton gehören. In der islamischen Welt müsste sich durch diese wissenschaftlichen Erkenntnisse auch gar nicht so viel ändern: Die europäische Aufklärung und die Debatten über die Entstehung des Christentums haben weder die Peterskirche und den Papststuhl noch die Lutherkirche zu Fall gebracht. Ergo muss das auch nicht mit den Heiligen Stätten im Hedschas passieren, sollte sich herausstellen, dass der Islam erst zweihundert Jahre später vermutlich auf dem Gebiet des heutigen Syrien, Jordanien und Irak entstanden ist.

Es wäre ein anderes und eigenes Thema, trotzdem: Die universitären Anforderungen an einen Abschluss im Fach Islamwissenschaft sollte schon Kenntnisse des Aramäischen, Hebräischen, Griechischen und Lateinischen umfassen, ganz einfach, weil das die Sprachen sind, in denen die Texte und Inschriften der Region abgefasst wurden, in welcher der Koran und der Islam ab dem 8. Jahrhundert hervorgebracht wurden, die ja nun unleugbar Bezug auf die hebräische und die christliche Bibel nehmen. Für Deutschland kann und darf nicht entscheidend sein, was Gelehrte der Al-Azhar-Universität oder die türkische Religionsbehörde lehren und sagen, sondern das, was in allen maßgeblichen alten Sprachen der Region, anhand historischer Fakten und archäologischer Befunde bestens ausgebildete Orientalisten, Arabisten und Islamwissenschaftler herausgefunden haben und weiterhin zutage fördern. Die Frühgeschichte des Islams liegt längst nicht mehr im Dunkeln. Das aus politisch-ideologischen Gründen ignorieren zu wollen, ist ein Armutszeugnis für jede steuergeldfinanzierte Wissenschaft. Gleiches gilt für die ebenfalls von jedermann einsehbare Tatsache, dass der einst so kultur- und kunstreiche, weitverzweigte und für die Entwicklung der Region zentrale Faktor des orientalischen Christentums im Verschwinden begriffen ist. Wie viele Lehrstühle gibt es in Deutschland für die Orientkirchen? Wie viele TV-Dokus über orientalische Christen und ihre fast zweitausendjährige Kulturgeschichte? Zur Zeit der Kreuzzüge bestand die Bevölkerung Kleinasiens und der Levante mehrheitlich aus Christen. Um 1900 war fast noch ein Drittel der Bevölkerung des heutigen Syriens christlich. Ein Dreivierteljahrhundert später waren es dann gerade mal noch um die zehn Prozent.

Natürlich hat Tilman Nagel Recht, wenn er gegenüber all jenen, die von einem politischen Islam sprechen, betont, dass es keinen unpolitischen gibt (https://www.achgut.com/artikel/der_fatale_islam_irrtum). Mit „politischem Islam“ ist jener herkömmliche Scharia-Islam gemeint, der mit dem deutschen Grundgesetz unvereinbar ist. Die Verlegenheitsformel läuft auf Tibis Vorstellung von einem „Euro-Islam“ ohne Scharia, ohne Dschihad etc. hinaus, auf die islamische Religionsausübung also, wie sie die Ibn-Rushd-Goethe-Moschee praktiziert. Denn es stellt auf einem christlich geprägten Kontinent ein keineswegs unerhebliches Problem dar, dass sich der Koran negativ auf Juden, (trinitarische) Christen und weitere Anders- oder Nichtgläubige bezieht und Gewalt gegen sie legitimiert, egal, wie widersprüchlich der Koran insgesamt ist, wie kontextabhängig und auslegungsbedürftig einzelne Koranverse auch immer sein mögen. die allermeisten Muslime sind weder Historiker noch professionelle Textexegeten. Viele von ihnen glauben das, was in ihren Familien, ihren peer-groups und ihrem muslimischen Umfeld geglaubt wird. Und das dürfte das sein, was die Fernsehsender ihrer Herkunftsländer, Al-Jazeera und die von ihnen konsumierten Internetmedien verkünden. Sofern sie einen traditionellen Islam praktizieren, lernen sie den Korantext auswendig und das führt bei arabischen Muslimen absehbar zu Problemen, da sie den Inhalt gut genug erfassen, um zu wissen, dass Feindseligkeiten u. a. gegenüber Juden und Christen nicht nur gerechtfertigt, sondern gottgefällig sind. Anders als die Heiligen Schriften des Judentums und des Christentums, die als von Menschen verfasste und kanonisierte Textsammlungen gelten, wird der Koran von Muslimen als direkt von Gott durch den Propheten Mohammed übermittelte Botschaft angesehen, die deshalb weder einer historisch-kritischen Analyse mit Textvarianten, alternativen Lesarten und entsprechend variierenden Deutungen unterzogen werden darf, wie das westliche Islamwissenschaftler gewöhnlich tun, noch einer breiten, mit einer Portion Skepsis angereicherten öffentlichen Diskussion ausgesetzt werden kann, auf dass sich jeder des Lesens mächtige Mensch sein eigenes Urteil bildet. Wer in der islamischen Welt miteinander streitet und diskutiert, sind gemessen an ihrer Gesamtbevölkerung eine Handvoll in den vier islamischen Rechtsschulen ausgebildete Gelehrte, die abschließende Rechtsgutachten – Fatwas – verfassen. Selbstverständlich gab es in der islamischen Welt, besonders im Bagdad des Abbasiden-Kalifats, professionelle Textausleger. Oft waren sie persischer Herkunft oder es handelte sich um zum Islam konvertierte Juden und Christen, die mit der Tradition der Exegese vertraut waren. Allein die Tatsache, dass ihre Werke nur in wenigen Fragmenten überliefert sind, die überdies in der Regel erst europäische Orientalisten erschlossen haben, beweist, dass sie in der islamischen Welt selbst nicht tradiert und zum Gegenstand ausgedehnter Diskussionen geworden waren. Es gibt die aus dem rabbinischen Judentum, der frühen Kirche, bevor sie römische Staatsreligion wurde, und in Europa seit der Neuzeit bekannte Debatten- und Streitkultur in der islamischen Welt nicht. Deshalb ist es erstens lächerlich und geht zweitens am Problem einer fehlenden allgemeinen islamischen Bildungstradition und Diskussionskultur vorbei, reflexhaft auf variierende Auslegungen von Koranversen durch zumeist westliche Islamwissenschaftler zu verweisen, wann immer das gewalttätige Potential des Korans, das nun einmal empirisch-faktisch existiert, angesprochen wird. Nicht umsonst schickten die arabischen und persischen Eliten ihre für künftige Regierungsaufgaben und höhere Beamtenlaufbahnen vorgesehenen Sprösslinge seit dem 19. Jahrhundert zur Ausbildung nach Europa und später in die USA (wovon die Vereinigten Arabischen Emirate inzwischen aus guten Gründen Abstand nehmen).

Der Horizont der meisten seit 2015 nach Deutschland zugewanderten Muslime ist nun einmal nicht derjenige westlicher Islamwissenschaftler. Und da die Gefahr der Frustration dieser zuletzt zugewanderten Menschen angesichts der hohen Anforderungen, die ein Leben in der westlichen Welt an sie stellt, verständlicherweise ziemlich hoch sein dürfte, überraschen auch die jährlich wachsenden Zahlen von schweren Gewaltdelikten in den Kriminalitätsstatistiken des Bundeskriminalamtes seit 2016 niemanden, der klar bei Verstand ist. Ich erinnere mich noch gut an den Auftritt der Neuköllner Jugendrichterin Kirsten Heisig in der Talkshow von Maybrit Illner in den Nullerjahren, bei dem sie anlässlich der Verkündigung rückläufiger Kriminalitätszahlen monierte, dass sich dafür die Gewaltkriminalität enorm brutalisiert hat und die dafür verantwortlichen jugendlichen Straftäter in Neukölln aus dem Milieu arabischer Großfamilien kommen, das ab den 1970er Jahren illegal in die Bundesrepublik, vor allem nach Westberlin und Nordrhein-Westphalen zugewandert war. Demnach ist dieses Problem nicht neu, hat sich aber außer potenziert, durch tägliche Gruppenvergewaltigungen und Messerattacken, die jeden, der sich im öffentlichen Raum bewegt, ohne vorangegangene Auseinandersetzung treffen können, qualitativ noch erheblich verschärft. Es ist unmöglich den traditionellen Mainstream-Islam, das heißt, den Scharia-Islam in die westliche Welt zu integrieren. Er stellt für viel zu viele Muslime noch immer gottgemachtes und gottgewolltes Recht dar, das höher steht als jede weltliche Verfassung. Der von Erdogan inzwischen geschleifte türkische Laizismus ist nun einmal nicht die Regel in der islamischen Welt und Sufi-Traditionen sind das leider ebenfalls nicht. Selbst die in Hessen und Hamburg als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannte Ahmadiyya-Gemeinschaft, die von den meisten Muslimen nicht anerkannt und mancherorts als Sekte verfolgt wird, vertritt fundamentalistische Positionen. Einzig Moscheegemeinden, die auf die Scharia und den Dschihad verzichten, sind mit dem deutschen Grundgesetz tatsächlich vereinbar und eindeutig vom Islamismus bzw. islamischen Fundamentalismus abgrenzbar. Das wären außer der Gemeinde der Berliner Ibn-Rushd-Goethe-Moschee nur noch alewitische Gemeinden. Nun sind Glaubensgemeinschaften gewöhnlich kein Ort von Religionskritik, aber die Art und Weise, wie diese beiden Strömungen den Islam praktizieren, sollten die einzigen bleiben, die von Muslimen in Europa gelebt werden, weil sie erstens die Kritik bereits in sich selbst einbegreifen und es zweitens mehr als 50 Länder auf der Welt gibt, in denen man auch anders Muslim sein kann und das sollte eigentlich genügen. Was die Saarbrücker Schule der Islamwissenschaft betrifft, so sollte sie meiner Meinung nach die Standards dafür setzen, wie hierzulande über den Islam gesprochen wird (vgl. ihre Vertreter Markus Groß https://www.youtube.com/watch?v=sUnlcbSdoJs ff; Robert Kerr https://www.youtube.com/watch?v=JxHfQPvgW4Y und https://www.youtube.com/watch?v=Kh0CHTefd94).